Schon eine kleine Tradition ist es bei mir, Neujahrskarten zu versenden. Diese werden selbst hergestellt. In diesem Jahr wurde es sehr maritim. Es wurde aquarelliert, gestempelt, mit Gold gespritzt und gelettert. Nur mit der Post gab es ein paar Startschwierigkeiten…

Zuerst ging es los mit einer Skizze und der Übertragung auf die Stempelplatte. Diese lassen sich sehr einfach bearbeiten und so erfolgte nach etwa einer Stunde schnitzen schon der erste Andruck mit Stempelfarbe und -kissen.

Stempelschnitzen und erster Andruck

Ein Schiff braucht auch ein Meer. Dieses habe ich in Aquarelltechnik hergestellt. So wurden zwei Druckbögen vorbereitet.

Hintergrund mit Aquarell

Dann folgte das Stempeln. Dazu habe ich wasserbasierte Linoldruckfarbe verwendet, die mit einer Walze auf die Stempelplatte aufgetragen wurde. Die Farbe selbst wird dazu auf einer Glasplatte verwalzt, man braucht auch nur sehr wenig Farbe. Das kein einheitliches Schwarz entsteht ist gewollt. So bleibt dem Motiv ein wenig Lebendigkeit.

fertig bedruckter Bogen

Für ein wenig Funkeln habe ich goldene Aquarellfarbe auf die Karten gespritzt. Nach dem Trocknen wurde alles geschnitten und dann der Titel mit einem Brushpen geschrieben. So sind dann 30 Karten entstanden.

Drucken und fertige Karten

Schön beschrieben und frankiert gab ich die ersten 14 Karten in einer Dresdner Postfiliale ab – um promt am nächsten Tag wieder acht von ihnen in meinem Kasten zu finden. Ein »dezenter« Hinweis zierte die Karten, dass doch 1 Euro mehr Porto erforderlich wäre. Auf Instagram erhielt ich von der Deutschen Post auf Nachfrage die Antwort, dass 85 Cent Porto richtig wären, bzw. ich die Marken auch tauschen könnte (sie waren ja noch wertig). Keine dieser Optionen wollte die Filiale umsetzen. Die Mindestgröße war ja eingehalten, das Seitenverhältnis von 1:1,4 war die »heilige Kuh«.

Damit ich nicht noch drei Runden mit der Post drehe, stecke in die Karten in Umschläge und sie erreichten etwas später die Empfänger. Ob ich nun pro Karte 30 Cent zu viel ausgegeben oder 60 Cent gespart habe lasse ich hier mal so stehen… Etwas Unverständliches hat die ganze Geschichte doch: einige Karten kamen an, auch mit gelbem Aufkleber. Und später einfach in meinen Provinzbriefkasten gesteckte Karten zu 45 Cent auch. Ein wenig Herz für schöne Post scheint es dann doch noch zu geben.

Post versenden

Da meine Karten eine limitierte Kleinauflage war, waren alle 30 Karten nummeriert und mit einem kleinen (gekauften) Stempel verziert. 29 von ihnen habe ich verschickt, ein Exemplar wanderte in meine persönliche Schatzkiste. Aber das Schönste, war die Post, die ich daraufhin zurück bekam. Johanna von zwischen2stühlen schickte mir ein ganz für mich persönlich geschriebenes Wortspuren-Haiku. So hatte die ganze Geschichte einen wunderbaren Ausgang. Auch allen Anderen, die sich zurückgemeldet haben, danke ich für die lieben Worte. Denn meine Post verschicke ich auch an Menschen, die ich zum Beispiel nur aus Instagram kenne oder hier im Blog kommentieren (wenn ich denn eine Webseite mit Impressum ausmachen kann). So verschenke ich auch mal ganz spontan ein Lächeln.

Grüße und Dankeschön

Schreibt Ihr auch Neujahrspost? Oder bleibt Ihr eher bei der klassischem Weihnachtskarte? Und wie sehen Eure Karten aus?