180 Kilometer, 9 Stunden, 7 Künstler – anlässlich der Offenen Ateliers in Brandenburg habe ich am 8. Mai 2017 eine kleine Rundreise gemacht. Viele, viele schöne Bilder bestaunt. Interessante Gespräche geführt und viel Inspiration mit nach Hause genommen. Und vor allem mich treiben lassen von Atelier zu Atelier. Mal länger, mal kürzer verweilt. Bis auf eine Station nehme ich Euch noch einmal mit.

Harald Schneider (Gorden-Staupitz)

Das erste Atelier lag gleich bei mir um die Ecke und trotzdem kannte ich es nicht. Harald Schneider hat in Gorden-Staupitz sein kleines Atelier im Garten. Neben vielen schönen Landschafts-Aquarellen gab es viele Bilder zu verschiedenen Themen. Abstrakte Acrylbilder, Fotografien, Steinstrukturen und Holzplastiken. Die Holzschaukelliege in einem großen Baum durfte ich auch testen – mit tollem Blick in das grünende Blätterwerk. Mit vielen Schichten von Bäumen in Aquarellen Tiefe und Räumlichkeit zu erzeugen muss ich auch mal ausprobieren.

http://www.atelier.staupitz.de

Eckhard Böttger (Finsterwalde)

Leider schon 2010 verstoben hält seine Frau Monika das Erbe von Eckard Böttger in Erinnerung. Ein kleiner Innenhof ist gefüllt mit Plastiken und gesammelten Küstenkleinigkeiten. Hier kann man auf kleinster Fläche von einer Figur zur nächsten schwelgen. Dazwischen das Grün der Sommerblumen und zwei kleine Sitzplätze. Überall zeigen sich gesammelte Schätze von Ausflügen an die Ostsee. Im Haus gab es einen Blick in die gute Stube, welche Eckhard Böttge als Atelier diente. Ich liebe ja so kleine Ecken, in denen noch die Pinsel stehen. Und mitgenommen habe ich, einfach zu machen und nicht zu träumen, es irgendwann machen zu wollen.

Wolfgang-Michael Kühnast (Luckau)

In einem Garten mit akkuraten Kanten zeigte Wolfgang-Michael Kühnast seine Arbeiten. Diese waren sortiert nach Techniken wie Aquarell, Druck und Pastell und zeigten eine große Vielfalt und die verschiedensten Motive. Mich locken ja immer Meermotive an, aber auch die vielen Skizzenblöcke waren spannend. Schön, in solchen Sammlungen blättern zu dürfen.

Renate Winkler (Luckau)

Ein Garten voller Spreewald, Meer- und Blütenmotiven. Eine wundervolle Stimmung geht von den Bildern von Renate Winkler aus. Eine ganz besondere Verbundenheit. Malt sie doch, um auch Trauer zu bewältigen. Doch davon ist auf den Bildern nichts mehr zu spüren. Dafür eine ungeheure Ruhe. Gerade die glatten Wasserspiegelungen der Spreewaldmotive sind nahezu magisch und locken ins Motiv.

Micha Bandel (Hohendorf bei Golßen)

Die spannendste und intensivste Begegnung hatte ich mit Micha Brandel. Fast hätte ich es nicht gefunden und habe mich über einen sandigen Waldweg sozusagen von hinten angeschlichen. Und dieser Weg hat sich gelohnt. Einte uns beide die Begeisterung für Schrift und die grafischen Strukturen, die sie erzeugen kann. Eine unendliche Reise. Micha Brandel versteht es, Geschichten zu erzählen, ohne Worte verwenden zu müssen. Abstrakte Kalligrafie, die ohne Anspruch auf schöne Schrift von einer Welt in die andere wandert. Bei Kaffee, Kuchen und Gartenkeksen (lecker mit Wildkäutern und Parmesan) tauschten wir uns intensiv aus. Ich bin dankbar für diese schöne Begegnung, die sicher noch lange nachklingen wird. Ein Künstlerkatalog von Micha Brendel wird mich noch lange an die spannenden Arbeiten erinnern.

http://www.micha-brendel.de/

Ingo Schiege (Lübbenau)

Die letzte Station meiner Reise führte mich zu Ingo Schiege. Er widmet sich der klassischen Kalligrafie und zeigte seine vielen und vor allem großformatigen Arbeiten im Hof. Vor allem gebrochene Schriften dominieren seine Arbeiten. William Morris ist dabei ebenso Thema, wie aktuelle Anlässe. Wer sich sein Schaffen ins Wohnzimmer holen möchte kann dies mit einem Kalender tun. Katzensprüche oder ein Kalligrafischer Kalender stehen dabei zur Auswahl. Auch auf Märkten ist er viel unterwegs und bringt Interessierten die schöne Schrift näher.

www.ingo-schiege.de

 

Bereichert bin ich wieder nach Hause gefahren. Glücklich, dass ich mir die Zeit genommen habe. Und vor allem voller Anregungen, Gedanken und Ideen. Fragt sich nur wann… ach nein, einfach anfangen und machen. Die Frage ist nun: Was zuerst?

 

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung der Künstlerinnen und Künstler.