Ein wenig Meerweh stillen. Auf nach Usedom. Außerhalb der Saison am Strand entlangschlendern. Entschleunigen. Frei sein. Und Freistehen mit dem Wohnmobil. Ein paar Tage an der Ostsee im Herbst. Und vor allem alte Lieblingsorte wieder besuchen, so wie das Atelier von Otto Niemeyer-Holstein.

 

28.09.2018: Von Linum nach Peenemünde

Losfahren, um anzukommen und durchzuatmen. Bevor es nach Usedom ging, haben wir einen Stopp an Europas größtem Kranichrastplatz in Linum in Brandenburg eingelegt. Noch vor dem Frühstück ging es auf Beobachtungstour, um anschließend gemütlich nach Usedom zu fahren. Angekommen in Peenemünde wurde das Hafengebiet erkundet und ein erstes Skizzenmotiv gefunden.

29.09.2018: Karlshagen & Trassenheide

Nach einem Vormittag in Peenemünde auf zum ersten Strandspaziergang von Karlshagen nach Trassenheide. Wärmende Sonne und eine ruhige See luden zu einer kleinen Erfrischung in der Ostsee ein. Die Nacht wollten wir auf einem Campingplatz verbringen, um auch die Wassertanks neu zu befüllen. In Lütow sind wir auf dem Platz von Natur Camping Usedom gelandet. An der Steilküste der Südspitze von Gnitz standen wir sehr idyllisch zwischen Kiefern.

30.09.2018: Atelier & Garten Otto Niemeyer-Holstein »Lüttenort« bei Koserow

Der Grund, um mal wieder nach Usedom zu kommen: Garten, Wohnhaus und Atelier vom Maler Otto Niemeyer-Holstein. An der schmalsten Stelle von Usedom gelegen hat man in Lüttenort noch immer das Gefühl, der Maler ist nur mal kurz weg. Unbedingt einen Besuch wert und nur mit Führung gelangt man auch in das Haus, welches in seinem Inneren einen alten Eisenbahnwaggon versteckt, der einmal der Grundstein für dieses Haus war. Ein Herzensort, für den ruhig ein wenig mehr Zeit eingeplant werden sollte. Anschließend eine kleine Strandwanderung nach Koserow, wo ich mein liebstes Strandwärterhaus gezeichnet habe.

01.10.2018: Kamminke & Dreikaiserbäder

Einmal an den süd-östlichen Zipfel von Usedom nach Kamminke. Ein kleines Fischerdorf am Stettiner Haff. Mit leckerer Fischsuppe gestärkt und einer Zeichnung im Gepäck ging es wieder an die Ostseeküste. Leichter Nieselregen hielt mich nicht davon ab, die Seebrücken der drei Kaiserbäder Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin zu erlaufen. Natürlich nicht ohne von jeder Brücke zurück ans Ufer zu schauen und zwischen den Regentropfen eine Zeichnung mitzunehmen.

02.10.2018: Von Koserow nach Zinnowitz

Das Wetter an diesem Tag war wieder wunderbar mild und so ging es weiter die Küste entlang. Auf der Suche nach dem einziehenden Herbst für ein Motiv im Skizzenbuch. In Zinnowitz angekommen ein wenig an der Promenade entlanggelaufen und die Skulpturen bewundert.

03.10.2018: Von Loddin nach Koserow

Am Morgen früh aufgestanden, um den Sonnenaufgang zu genießen. Die Sonne kämpfte sich gegen dunkle Wolken in den Tag. Später eine Wanderung an der Steilküste von Loddin nach Koserow. Der Wind wurde stürmisch und wühlte die See auf. Dem Sturm getrotzt, das Skizzenbuch festhaltend das Meer gezeichnet. Zum Abend ließ der Wind nach und so habe ich das Usedomer XXL Strandfeuerwerk bestaunt und gemeinsam haben wir den Abend mit frischen, lecker-süßen Mutzen ausklingen lassen.

04.10.2018: Von Zinnowitz nach Trassenheide und wieder zurück

Weiter am Strand entlang. Von Zinnowitz nach Trassenheide und wieder zurück. Beinebaumelnd auf der »Erfurter Bank« am Strand gesessen und gezeichnet. In Trassenheide angekommen erinnerte nur noch das »Eulenhaus«, ein Bücher- und Andenkenladen, an Kindheitstage am Meer. Wieder zurück in Zinnowitz zog mich magisch ein Bücherladen an. Grundsätzlich lese ich gerne Romane, an dem Ort spielen, an dem ich gerade bin. Ein 1000-Seiter von Matthias Wegehaupt – mein ehemaliger Dozent – zog mich in seinen Bann. Der Roman »Die Insel« musste mit. Eine Geschichte, an der fast 20 Jahre geschrieben wurde und die nicht für die Veröffentlichung gedacht war, verzaubert heute mit ihren Worten und fordert dann und wann mit ihrem Inhalt heraus. Am Nachmittag zog es uns nach Zempin zur einer kleinen Kaffeepause am Hafen.

05.10.2018: Von Ückeritz nach Bansin

Das letzte Küstenstück gelaufen auf der Suche nach dem Herbst am Strand. Zwischen Ückeritz und Bansin bin ich fündig geworden. Hier an der Steilküste brechen dann und wann Stücke ab und so steht schon mal ein kleiner Baum am Strand. Die letzten zwei Nächte wollten wir noch einmal auf einem Campingplatz verbringen und sind zum Mobilcamp Heringsdorf gefahren. Am Abend alle Strandschätze bewundert und den Tag ausklingen lassen.

06.10.2018: Heringsdorf

Der letzte Inseltag wollte ruhig angegangen werden. Die Küste war abgewandert und so wurde es ein ruhiger Strandtag in Heringsdorf. Mit Sonnenaufgangsromantik, Seeebrückenzeichnung, Lesestunden am Strand und zum Abschluss einem schönen Abendessen.

07.10.2018: Abschied & Rückreise

Bevor es wieder heimwärts ging, musste noch einmal die Ostsee verabschiedet werden. Es war frisch und windig und so viel es nicht allzu schwer mit sonnigen Erinnerungen im Herzen die Rückreise anzutreten.

Rückblick auf die Wanderroute. Von Karlshagen bis Ahlbeck an der Ostseeküste gewandert. In kleinen Etappen mit viel Zeit und Skizzenbuch im Gepäck. Über 30 Kilometer entschleunigt zu Fuß. Glück in den Taschen und im Skizzenbuch gesammelt. Meer geatmet. Zweisamkeit genossen und ruhige Momente gelebt.

Ahoi Meer, wir kommen wieder.

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